Neuigkeiten aus dem Internat

04.04.2014
Grenzenloses Miteinander – Ein Beitrag für die Völkerverständigung

„Weltoffenheit“, das hat sich das Internat Louisenlund nicht nur auf die Fahnen geschrieben - es lebt sie auch

Ein Woche lang hielten sich seit dem 31. März 11 Schülerinnen und Schüler der Peterschule aus St. Petersburg mit zwei begleitenden Lehrkräften in Louisenlund auf. Seit 1997 bestehen die hiesigen Kontakte zu einer der ältesten Schulen Russlands, deren Ursprünge zurückreichen bis in die Zeit Peters des Großen Anfang des 18. Jahrhunderts.

Die Begegnung setzte bewusst einen Kontrapunkt gegen die momentane Krise in den Ost-West-Beziehungen und ergänzte damit nicht zufällig die Veranstaltung der Louisenlunder Politik-Gilde zur Krim-Krise am letzten Dienstag. Denn deutlich wurde, dass jenseits der aktuellen politischen Konflikte in den letzten 20 Jahren starke zwischenmenschliche Beziehungen zwischen den Völkern entstanden sind.

Am Donnerstagabend, den 4. April, öffneten sich auch für die Öffentlichkeit die Türen der Kunst- und Kulturhalle für eine russisch-deutsche Begegnung, die an Professionalität nichts zu wünschen übrig ließ.

Die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 11. Klassen verstanden es, ihr zahlreich erschienenes Publikum aus nah und fern mit Gesängen und Tänzen des traditionellen Russlands zu verzaubern. Kaum ein Gast, der sich nicht im Geiste im weiten Russland sah, so sehr nahmen die Schüler ihre Gäste mit auf die Reise.

Nach der Pause erweiterten sie ihr Programm mit internationalen Beiträgen wie „Say something“ von Christina Aguelera , um dann kulturübergreifend mit „We are the world“, gemeinsam mit dem Publikum gesungen, das offizielle Programm zu beenden.

Charmant in Szene gesetzt wurde der Abend durch die russischen Betreuer Tatiana Moroz und Evgenia Vinogradova und großartig moderiert von dem Schüler Nikita Dendl, der auch in Gesangsbeiträgen mit großem Stimmspektrum für Gänsehaut sorgte, genauso wie seine Mitschülerin Katja Jelisejevna oder Mischa Nekrasov (Guitarre) und Pavel Timofejev (Akkordeon) als Instrumentalsolisten.

Es war ein Abend, der allen politischen Störungen trotzte. Ein kultureller Abend voller Liebe zur Musik, zur russischen Kultur und zu den Kulturen der Welt, ihren Sprachen und ihren Menschen.

Wenn weltweit alle jungen Menschen mit dieser positiven Kraft, der wertfreien Neugier und dem natürlichen Respekt für ihre weltweiten Nachbarn auf die Straße gingen und ihre Lieder singen würden, vielleicht würden die Entscheidungsträger dieser Welt im Sinne ihrer Kinder und für ihre Kinder manche Wege anders gehen.

Louisenlund und seine russischen und armenischen Mitarbeiter, die selbst in ihrer Freizeit engagiert kulinarische traditionelle Köstlichkeiten herstellen und sie mit strahlenden Gesichtern den Gästen in der Pause anbieten und allen voran ihre unermüdlichen Organisatoren Gräfin Knyphausen und Dr. Wenzel schaffen es jedes Jahr wieder, interkulturelle Freundschaften aufzubauen und leisten damit einen großen Beitrag zum dem, was wir uns alle wünschen – Frieden!

Kerstin Thomsen

23.01.2014
Deutsch-russische Schülerbegegnung in Nishnij Novgorod

Nachdem Louisenlund mit den Schülern unserer Partnerschule, dem Gymnasium Nr. 1 von Nishnij Novgorod, den ersten Teil unseres Musik- und Tanzprojekts „Sprachen, Menschen, Länder, Kontinente“ vom 15. – 29. September 2013 in Louisenlund erfolgreich umgesetzt hatten, reisten die Louisenlunder am 23. Januar 2014 zum Gegenbesuch nach Nishnij Novgorod – 450 km östlich von Moskau an der Wolga gelegen und etwa 2200 km Luftlinie von uns entfernt.

„Wir“, das waren 15 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse des Hofes Louisenlund (Malin Büchner, Annika Hüffer, Nkem Schaarschmidt, Victoria Schwarzkopf, Anna Book, Emma Book, Alexander Hardt, Gina Heuchert, York Kosegarten, Vera Lenze, Regina Mijares, Marvin Müller, Luca Santus, Johanna Schulken-Großmann, Olympia von Werthern) begleitet von Maike Hübner und Julian Adler aus der Oberstufe sowie Anna Helm, Gräfin Knyphausen und Dr. Rolf Wenzel.

Wir wurden in Nishnij Novgorod wie immer in den Familien der russischen Partner untergebracht. Ein besonders intensiver Austausch zwischen den beteiligten Schülern über Facebook und Whatsapp ging dieser Fahrt voraus und sorgte für viel Vorfreude auf das Wiedersehen.

Neben den schon traditionellen Programmpunkten wie Besichtigungen und Unterrichtsbesuchen sowie gemeinsamer Freizeitgestaltung setzten unsere Schüler mit ihren Partnern den 2. Teil des oben genannten Projekts um.

Hierzu gehörte am Wochenende im Winterferienheim „Sputnik“, etwa 70 km nördlich von Nishnij Novgorod nahe der altehrwürdigen Stadt Gorodez, ein besonderes Kulturprojekt: eine gemeinsames Einstudieren traditioneller russischer Tänze und russischen Brauchtums mit Hilfe einer lokalen Folkloregruppe. Im Kontrast hierzu standen dann am Montag und Dienstag Musik und Tanz des 19. und 20. Jahrhunderts.

Höhepunkt war dabei die Veranstaltung mit Studenten der Musikakademie im Rukawischnikow-Palais, dem ehemaligen Sitz eines reichen Kaufmanns vor der Oktoberrevolution. Hier wurden Gesellschaftstänze der Nishigoroder Oberschicht des 19. Jahrhunderts geübt.

Wie immer mit kreativer Anspannung erfolgte die Vorbereitung auf die gemeinsame Kulturveranstaltung. Die in Louisenlund bereits vorbereiteten Beiträge mussten nochmals geübt und neue Stücke einstudiert werden. Ergebnis war ein Programm, das Klaviersolo, Tanz, Akrobatik und Gesang umfasste und musikalische wie auch choreographische Herausforderungen enthielt wie etwa Mozarts deftig derbes „Bona Nox“ und „Vois sur Ton Chemin“ aus „Die Kinder des Monsieur Mathieu" oder auch „What does the Fox say?“, „Good Time“ und den „Cup song“.

Das jugendliche und erwachsene russische Publikum würdigte durch wiederkehrenden lang anhaltenden Beifall unsere deutsch-russische Koproduktion. Ein großer Dank an dieser Stelle an Maike Hübner und Julian Adler, die ganz wesentlich die Aufgabe übernahmen, die verschiedenen Stücke mit unseren Hofschülern einzuüben.

Wie bereits in Louisenlund im September des vergangenen Jahres ist im Resümee auch in Nishnij Novgorod das Experiment, einen Austausch mit Schülern der Juniorenstufe durchzuführen, insgesamt gelungen.

Die Jugendlichen fanden die einzelnen Programmpunkte spannend und niemand hat sich dem Projektarbeiten entzogen. Einige hatten freilich zunächst Schwierigkeiten, mit einer für sie fremden Umgebung zurechtzukommen, wobei die vorangegangenen persönlichen Kontakte in Louisenlund und die Vertrautheit über die sozialen Netzwerke durchaus mildernd wirkten.

Dennoch stellten die für unsere Vorstellungen teilweise beengten Wohnverhältnisse sowie eine fremde Familie und Sprache hohe Anforderungen an Durchhaltewillen, Empathie und Toleranz der 12- bis 14-Jährigen.

Nicht zuletzt haben aus Louisenlund mitgebrachte und sich im russischen Winter zunächst verstärkende Erkältungen das  erste Heimweh verstärkt. Fast alle aber haben diese Herausforderungen im Laufe der Tage hervorragend gemeistert, wobei ganz besonders die liebevolle und geduldige Aufnahme durch die Gastfamilien entscheidend half. So sind Aufgeschlossenheit für Neues, Selbstreflexion dort, wo Konflikte entstanden, Sozialkompetenz, Selbstsicherheit und der Mut, sich Neuem zu stellen, gewachsen.

Erfreulich ist auch, dass die Kontakte über die sozialen Netzwerke weiter anhalten und die meisten Schüler sehr gern an einer weiteren Schülerbegegnung teilnehmen würden. Im Interesse von mehr Nachhaltigkeit der Begegnungen erscheint uns dies auch als sehr sinnvoll.

Für die großzügige Unterstützung durch die DRJA und Ihr Verständnis für die Herausforderungen internationaler Projektarbeit mit jungen Leuten danken wir von Herzen!

Louisenlund, 5.02.2014
Dr. Rolf Wenzel

07.01.2014
Neuer Leiter der Stiftung Louisenlund stellt sich vor
Dr. Peter Rösner - Neuer Leiter des Internats, Ganztagsgymnasiums und der IB World School Stiftung Louisenlund

Dr. Peter Rösner eroberte die Herzen der Louisenlunder Schulgemeinschaft im Flug. Sein Vorsatz im neuen Jahr: "Ich möchte Euch alle möglichst schnell kennenlernen. Bitte schreibt mir einen Brief damit ich mein persönliches Buch von Euch anlegen kann." Der 41-jährige leitete von 2008 bis Ende 2013 die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Eine Einrichtung, die naturwissenschaftliche Bildung in der frühkindlichen Erziehung fördert.

Was ist Zeit? Vergeht sie langsam oder schnell? In ungewöhnlich kurzer Zeit gelang es dem Vorstand der Stiftung Louisenlund jedenfalls, einen Nachfolger für Herrn Prof. Dr. Esser zu finden. Die Vorstandsvorsitzende, Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein, lobte dabei den großen Gleichklang innerhalb der Leiterfindungskommission.

Schnell habe man sich auf Dr. Peter Rösner einigen können. Der erste Kontakt kam im vergangenen Jahr zustande, als Dr. Rösner Gespräche mit der Schulleitung darüber führte, Louisenlund zu einer Modellschule der kleinen Forscher zu machen.

„Ich habe mich verliebt: In diesen wunderschönen Ort und in Prinzessin Ingeborg”, berichtete Dr. Rösner augenzwinkernd bei seiner Vorstellung vor dem Louisenlunder Kollegium. Auch die Schüler, die ihn bei seinem ersten Besuch durch Louisenlund führten und so ehrlich begeistert von ihrer Schule gewesen wären, hätten ihn beeindruckt.

Der dreifache Familienvater entdeckte über die Jugendarbeit die Freude am Unterrichten: „Der Lehrerberuf war für mich die ideale Gelegenheit, meine Leidenschaft für Mathematik und Physik mit anderen Menschen zu teilen“. Gerade als er sich nach seiner Promotion auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereitete, erhielt er das Angebot, das „Phäno“ in Wolfsburg aufzubauen.

„Dort habe ich verstanden, dass man mit den vermeintlich schwierigen Naturwissenschaften früher beginnen muss als in der Schule, nämlich im Idealfall im Kindergarten“. So gelangte er zum „Haus der kleinen Forscher“. Die Initiative hat sich mittlerweile mit mehr als 25.000 Krippen, Kitas, Horten und Grundschulen zur größten frühkindlichen Bildungsinitiative entwickelt, die es in Deutschland je gegeben hat.

Für Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein und ihre Vorstandsmitglieder Dr. Otto-Ferdinand Graf Kerssenbrock und Prof. Peter Vogel war seine außergewöhnliche pädagogische und wirtschaftliche Expertise, neben seiner Herzlichkeit der ausschlaggebende Faktor für seine Berufung.

Der Vorstand dankte Herrn Dr. Esser dafür, Herrn Dr. Rösner in die Amtsgeschäfte einzuführen und begrüßte es ebenso wie Dr. Esser, dass der vor sechs Jahren mit viel Energie und Erfolg eingeschlagene Kurs der Schulentwicklung weiter vorangetrieben wird.

Neben dem sich stetig verbessernden Abiturnotendurchschnitt und den schulkonzeptionellen Weiterentwicklungen hat die Einführung von NaWi auf dem Hof als fächerübergreifender Projektunterricht bis in die Oberstufe ein hohes Interesse an den Naturwissenschaften zur Folge.

Sehr zur Freude von Dr. Rösner, der auf die Frage nach seinen Plänen antwortete: „Heute sind wir gut und morgen sind wir besser. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu lernen“. Schließlich heiße Forschen, die Antwort noch nicht zu kennen. „Mich faszinieren offene Fragen. Zum Beispiel die Zeit. Welch ein faszinierendes Phänomen. Das möchte ich teilen!“

01.12.2013
Sponsoren ermöglichen Defibrillatoren

Jährlich sterben in Deutschland mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod - damit sterben über 12-mal mehr Menschen am Herztod als im Straßenverkehr tödlich verunglücken.

Seit kurzem können wir im Unglücksfalle schnelle Hilfe leisten. Die hochwertigen Defibrillatoren aus dem Hause Philips sind einfach zu bedienen. Finanziert wurden unsere Defibrillatoren durch regionale Sponsoren, die sich mit ihren Firmenlogos auf einer Lebensrettungstafel präsentieren. Vielen Dank!

 

 

 

 

20.11.2013
Chinesischer Kulturabend in Louisenlund – Ein Abend voller Überraschungen

Die chinesische Stadt Qingdao war zu Kaiser Wilhelms Zeiten einmal eine Kolonie und braut bis heute Bier nach deutschem Reinheitsgebot? Im chinesischen Nanjing steht Deutsch an öffentlichen Schulen ganz oben auf dem Lehrplan steht und wird bis zu fünf Stunden am Tag unterrichtet? Die chinesische Mauer würde von New York bis nach Los Angeles reichen und allein in Peking leben 21 Millionen Einwohner.

Dies und mehr lernten rund 100 interessierte Besucherinnen und Besucher beim chinesischen Kulturabend der Stiftung Louisenlund. Unterstützt von der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft e.V. hieß der Schwerpunkt in diesem Jahr: "Unterwegs in China".

Die Louisenlunder Schüler Anna Fee Sadek, Konstantin Schulken-Großmann, Marc Rodenbostel und Ran Gu eröffneten den Abend mit einem Sketch. Die Jugendlichen wollen sich darin auf Chinesisch zu einem Date verabreden. Allerdings stehen sie vor einem Problem. Die Figur von Marc Rodenbostel verwechselt wèn mit dem Wort wĕn. Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung. Nur sagt er seiner Gesprächspartnerin nicht wie geplant, ob er sie etwas fragen, sondern küssen darf.

Augenzwinkernd zeigt sich die Komplexität der chinesischen Sprache. Für Marc, Anna Fee und Konstantin kein Grund, Chinesisch nicht zu lernen. Die drei sind im Louisenlunder Einführungsjahrgang (10. Klasse) und belegen Chinesisch als zweite Fremdsprache bis zum Abitur. „Ich wollte schon immer eine asiatische Sprache lernen und im Chinesischen gibt es kaum Grammatik. Man kann weder deklinieren noch konjugieren, das kommt mir sehr entgegen“, erzählt die 16jährige Anna Fee lachend.

Seit diesem Schuljahr haben Louisenlunder Schüler die Möglichkeit, in drei Jahren Chinesisch zu lernen und auch im Abitur oder im International Baccalaureate Diploma (IB) zu belegen. "Die Schüler lernen, sich in Alltagssituationen zurechtzufinden", erzählt Dr. Huiru Hu. Die Louisenlunder Lehrerin organisierte den Kulturabend und unterrichtet die deutschen Schüler in Chinesisch und die chinesischen Schüler in „Deutsch als Fremdsprache (DaF)“.

Der Anteil der Chinesen unter den internationalen Schülerinnen und Schülern liegt in Louisenlund bei  30 Prozent. Zehn Kinder aus China besuchen derzeit Louisenlund. Das hat auch damit zutun, dass die Ganztagsschule mit Internat den Titel ‚Internationales Gymnasium’ trägt und damit als einzige Schule im Land Nichteuropäern das Abitur in Schleswig-Holstein anbieten darf.

Kurze Reiseberichte aus Beijing, Suzhou, Qingdao, Xitang, Xi'an und der Seidenstraße wurden durch musikalische Darbietungen untermalt. Besonders beeindruckte der Saxofonist YAMPAL, alias Thomas Nennstiel, der zusammen mit dem Gesang der Louisenlunder Schülerin Annie Li Reggae mit chinesischen Melodien kombinierte.

Die 17 jährige Annie Li strebt in Louisenlund den englischsprachigen Schulabschluss an, das International Baccalaureate Diploma (IB). „Damit stehen mir weltweit alle Türen offen. Obwohl auch das Abitur in China einen guten Ruf hat, ist das IB noch populärer.“ Während sie in Hamburg geboren wurde, kommen ihre Eltern aus China. „Heute war ein toller Abend für mich. Ich freue mich darüber, dass sich so viele Menschen für unsere Kultur interessieren und zu sehen, wie gut sich beide Kulturen miteinander verstehen können“.

Es sind Veranstaltungen wie diese, die Dr. Huiru Hu besonders am Herzen liegen: „In einer globalisierten Welt kann man nicht die Tür verschließen. Die Louisenlunder Absolventen von heute, die aus China kommen oder Chinesisch gelernt haben, werden unsere Ansprechpartner von morgen sein. Sie haben nicht nur das fachliche Wissen, sondern kennen auch die kulturellen Unterschiede und Denkweisen. Sie werden zu Brückenbauern der Weltgemeinschaft.

Treffer 1 bis 5 von 71
<< Erste < Vorherige 1-5 6-10 11-15 16-20 21-25 26-30 31-35 Nächste > Letzte >>